Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Champagner-Tasting bei Wein Heuer

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Champagner - da kenne ich mich aus! Trinke Champagner, Sekt, Crémant und Prosecco und ziehe durchaus einen guten Winzersekt einem Champagner vor. Gelesen habe ich darüber: Wie sollte er schmecken? Wo kommt er her? Was ist eine Agraffe und wozu braucht man ein Rüttelpult. Aber Weiterbildung schadet nicht und bisher waren es beim Wein Heuer immer sehr nette Abende.

Champagnerflaschen im Kühler auf einer Bar
Gut gekühlt - Voraussetzung für Champagner-Genuss

So, was liegt an? Dreimal Champagner in drei Runden, in diesem Falle Flights genannt mit Kommentaren zum Thema Champagner: Anbau, Verarbeitung, Entstehung. Es geht mit Rosé-Champagner los. Der Erste (Lanson - mag ich eigentlich ganz gern) erscheint mir etwas säuerlich, vielleicht etwas Startprobleme? Der Zweite schon besser - deutlich Kreide, der Dritte ausgewogen unauffällig. Ein Rothschild, 80% Chardonnay- der Teuerste, aber trotzdem nicht mein Geschmack. Die Farbe kommt übrigens vom Stillwein, die Schalen, die sonst die Farbe ergeben, wurden schnell vom Most getrennt.

Champagner-Gläser und die Test-Reihenfolge
Champagner-Tasting mit Schablone, Flights zum Glück ohne Flughafen

Zweite Runde, zum Glück unterstützt durch Quiches um etwas Gegenmasse zu schaffen. Es geht hell weiter. Der Drappier in der Mitte (Brut) ist mein Favorit, der Lanson ist besser als sein Rosè-Bruder. In der dritten Runde werden die Unterschiede geringer - die Geschmacksnerven müde. Erstaunlich: Der Moet kann sich durchsetzen, im Vergleich hätte ich vermutet, dass er schlechter schmeckt. Der Ruinart aus der Magnum-Flasche (1,5l) ist hier mein Favorit. Die Flaschengröße hat durchaus Auswirkungen auf den Geschmack: Also keine Piccolos mehr kaufen (Oder bin ich jetzt auf's Marketing reingefallen?)

Champagnerflasche mit Säbel öffnen

Bisher hielt ich das ja für Klamauk aus Musketierfilmen, aber nein es funktioniert. Es gibt jedoch einiges zu beachten. Also erstens: Gut gekühlt, zweitens: die Agraffe (der Drahtkorb um den Korken) muss ab, drittens: die schwächste Stelle der Flasche finden. Die ist in diesem Falle eine Naht die über die gesamte Flasche läuft, also vom Boden bis zum Flaschenhals. Diese Naht also nach oben drehen und dann mit dem Säbel, vom Etikett Richtung Richtung Verschluss ziehen. Wie der Skispringer auf der Schanze. Wenn alles klappt, fliegt der obere Teile des Flaschenhalses samt Korken ab. Keine Angst, es gibt keine Glassplitter, man kann gefahrlos ausschenken. Angeblich funktioniert es auch mit dem Boden eines Champagner-Glases, man muss vermutlich üben. Die Säbel sind speziell, nämlich Champagner-Säbel, stumpf und kosten um die 200 Euro. Also für die Geschenkkategorie "hat schon alles." Im nachhinein erscheint es mir schwieriger eine Flasche Champagner in der linken Hand zu halten, als den Kopf abzuschlagen.

Flaschen im Kühler, links mit Säbel geöffnet, unten abgeschlagenes Flaschenende mit Korken
Nach der Säbel-Öffnung: Flasche (links) ist nicht kaputt, Korken ist samt Flaschenende abgeschlagen.