Die o*-re:publica-Nachlese

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Die Blogger-Konferenz re:publica XI (#rp11) ist zu Ende. Für mich die Erste, nachdem ich immer brav zum Chaos Communication Congress gegangen bin. Im Gegensatz dazu sehen die Teilnehmer irgendwie menschlicher aus, keine schwarzen Kapuzenpullover und keine Armyhosen. Ich bin begeistert von der Stimmung und von der Location Kalkscheune. Die nächste re:publica wird wohl leider nicht dort stattfinden. Die üblichen "Erfolgssymptome" stellen sich ein: volle Räume, keine Netzabdeckung.
Mich hat die re:publica mit meiner digitalen Schizophrenie konfrontiert. Ich betreibe zwei (eigentlich drei Blogs) und folge unter unterschiedlichen Namen unterschiedlichen Themen via Twitter. Irgendwie Dr. Orange und Mr. Lamb, das ist schon einigermaßen merkwürdig zu erklären. Da muß ich mir mal was überlegen.

Das Medienecho und die Reaktionen der Republica-Teilnehmer kann ich mir leider nicht erklären. Scheinbar fühlen sich einige Leute ausgeschlossen und müssen daher gegen die "selbsternannten" Internet-Blogger-sonstwas-Elite pöbeln - sehr erwachsen! Der Marketing-Anteil der Vorträge sollte definitiv nicht höher werden. Lichtblick (einer der Sponsoren) habe ich noch ertragen, aber der als Beitrag getarnte Werbschickimicki vom ZDF war der traurige Höhepunkt der re:publica IX. Auch schwach: Blogs in Deutschland, die Datenbasis waren 20 (ja, zwanzig) befragte Blogger. Also sorry, das war ein Durchläufer. Auch die Begeisterung für Herrn Duecker kann ich nicht teilen. Der ernsthafte Kern des Vortrags wurde (in meinen Augen) überdeckt von seiner laienhaft-komödiantischen Vortragsweise (oder war es Kalkül?), die auf mich wie eine Mischung aus Mario Barth und Papst Benedikt wirkte.

Die Highlights für mich waren der Vortrag von Jürgen Ertelt über Medienkompetenz, ein Thema was mich eigentlich wenig interessiert - wurde sehr engagiert besprochen. Weiterhin die differenzierte Darstellung von Jeanette Hoffmann zum google-Books-Projekt. Meine Nummer eins: Christina Elmer über Datenjournalismus, weil das meine aktuellen Interessen trifft, weil sie nicht überzogen hat, weil sie nicht rumgealbert hat, weil sie keine rhetorischen Ausflüchte brauchte. Danke! Da erübrigen sich auch jegliche Fragen über Feminismus - Profis erkennt man.

Sascha Lobo war, trotz Pöbelei, unterhaltsam.

Sascha Lobo auf der re:publica XI

Johannes Kretzschmar (beetlebum: Goommiggs)

Johannes Kretschmer auf der  re:publica XI

halb verpasst. Herrn "Neusprech" Haase Guten Tag gesagt und Frau Gröner die Hand geschüttelt.

Anke Gröner et. al. auf der re:publica XI

Jetzt habe ich Personen im Twitter. Das mache ich nächstes Jahr noch mal.