Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Die Stadt kocht - Ein Buch über Berliner Restaurants mit Rezepten

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Die Stadt kocht ist eine Mischung aus Restaurantführer, Kochbuch (weil mit Rezepten) und (irgendwie) Coffeetable-Book (weil mit schönen Fotos). Es geht um Berliner Restaurants, nicht nur um die großen mit den Sterne-Köchen, auch um die kleinen, mit so eher Imbiss-Charakter. Zu jedem vorgestellten Laden gibt’s den Koch und/ oder Gründer bzw. Besitzer und vielen Fällen handelt es sich dabei um ein Duo. Was ist die Idee hinter dem Laden? Wie kam es zur Gründung? Bei vielen Köchen die Laufbahn: einige schon mit gerüttelt Maß Erfahrung, andere eher Semi-Profis. Die Rezepte reichen von nachkochbar bis unmöglich (in der Heimküche). Zwischendurch kommen ein paar Genießer zu Wort und am Ende gibt es ein paar Adressen, zum Beispiel die eines Bio-Supermarktes (Die sind in Berlin nicht gerade selten, aber der ist bestimmt etwas besonderes).

Die Stadt kocht - Buchcover mit Berlin Panorama
Die Stadt kocht - Buchcover mit Berlin Panorama

Einige meiner Favoriten sind auch dabei z.Bsp.: Restaurant und Weinbar Rutz. Einige andere stehen schon seit einiger Zeit auf meiner “bald-besuchen”-Liste z.Bsp. der Pauly-Saal. Und ein paar kenne ich nicht und habe auch nicht von ihnen gehört und deshalb ist die URL-Liste am Ende des Buches sehr gut für mich. Alles in allem eine gelungene Mischung an Restaurants und anderen Lokalen. Wo findet man das schon. Ich keine jedenfalls kein vergleichbares Buch. Die Rezepte bieten Abwechslung und im Zweifelsfall gelingt es sogar etwas nachzukochen.

Die Kritik

Also was mich am meisten stört: XY verwendet bevorzugt regionale und frische Produkte (sinngemäß). Das ist eine wirklich über-strapazierte hohle Phrase. Was ich gern mal sehen würde: Ein Buch oder Zeitschrift über Berliner Restaurants in dem/der Tim Raue nicht erwähnt wird. Der Mann ist bestimmt nett, kocht gut - aber bitte lasst ihn doch mal zufrieden, den kennen jetzt alle. Ansonsten: Wie soll es auf Seite 46 weitergehen? Wo ist das Ende des letzten Satzes? Warum sind wir (die guten Esser, Kocher und Berliner Restaurantbesucher) jetzt alle Foodies? Also ich brauche keinen amerikanischen Begriff um zu sagen das ich mich für gutes Essen interessiere.

Anmerkungen zu weiteren Restaurants hätte wahrscheinlich jeder, ich auch. Gut essen kann man auch im Brenner (bauen Minze im eigenen Vorgarten an) oder im Mauffel, das hat eher Bistro-Charakter. Gut einkaufen geht auch im Frischeparadies, das gibt’s in Berlin zweimal und zwar ziemlich zentral.

Ein schönes Buch und ich könnte mir sogar vorstellen, dass da mal noch ein zweiter Teil kommt. Die Berliner Gastroszene würde es hergeben. Der FAZ gefällt es auch. Mit 19,90 Euro geht das völlig in Ordnung. Sehr schnelle Lieferung vom Verlag. Danke, ich suche mir jetzt den nächsten Laden aus.