Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Ein Spaziergang durch Berlin

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Ein Brückentag - wie gemacht für einen kulinarischen Bummel durch Berlin. Frühstück am Wasser, im Freischwimmer, früher immer ein guter Start. Leider ist der Freitag ein Wochentag und da gibt es kein Frühstück im Freischwimmer. Das ist wirklich blöd, frühstücken die unter der Woche nicht? Wir entscheiden uns für zwei Stück Kuchen, einmal Käsekuchen mit Bisee und ein Schokoküchlein. Beides sehr gut, aber nicht das, was wir gern zum Frühstück gehabt hätten.
Weiter zu Fuß über die Oberbaumbrücke Richtung Friedrichshain. In der Nähe der Simon-Dach-Straße hatte ich neulich ein paar nette Läden gesehen, die aber leider schon geschlossen waren. Einer davon ist Schöne Schreibwaren, die auch Schreibtisch-Accessoires aus Beton haben. Da bin ich noch in Geschenkpflicht. Außerdem wechseln wir noch ein paar Worte mit dem Inhaber. Wie ist das, wenn Leute mit einem teuren Smartphone oder iPad in den Laden kommen, dann aber keine 20 Euro für eine Hülle ausgeben wollen? Das kann doch nicht wahr sein! Der Mann ist Überzeugungstäter.
Wir fahren weiter zum Arnswalder Platz und genehmigen uns ein Gläschen Cremant im Chez Maurice.

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Noch ist Ruhe, aber die Temperaturen steigen. Weiter geht es über die Greifswalder, die Marienburger hoch. Bei Tee und Ton machen wir halt. Die nächste Stunde bekommen wir eine ad hoc Einführung in Sachen Tee und richtige Teekannen. Wir haben, so scheint es, jahrelang die falsche Teekanne benutzt, Gusseisen aus China ist ganz schlecht. Wir verlassen den Laden, ohne neue Kanne aber mit einem Beutel En Shi Yu Lu. So, wo nun hin? Biergarten! Nichts leichter als das, der Pratergarten ist ja nicht weit entfernt. Da lässt es sich aushalten, nur die Bratwürste von der Bude möchte ich heute nicht. Der kleine Hunger ist aber im Anmarsch, trotz hoher Temperaturen. Naja, es gäbe ja noch das Filetstück ... Das ist offen, natürlich, ist ein ganz normaler Wochentag. Äußerst angenehm klimatisiert, keine Touristen, keine Familien mit Kindern - ideal!

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Kleines Carpaccio passt immer. Dazu zweierlei Sellerie und Granny Smith und ein kleines Stück dunkle Schokolade (in der Karte als Kakao annonciert). Perfekt. Dazu ein Gläschen Basa Rueda (Basa Rueda 2010 Blanco/ Spanien).

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Nicht zu vergessen, dass selbst gebackene Kuminbrot, von dem wir ein halbes mitnehmen. In einem kurzen Gespräch erfahren wir, dass es jetzt auch ein zweites Filetstück in der Charlottenburger Uhlandstraße gibt.
Wir sind durch und schlendern die Kastanienalle hinunter. Kurz nach dem Rosenthaler Platz interessiert mich besonders Luigi Zuckermann. Soll ganz besondere Rostbeef-Sandwiches haben - aber die passen heute nicht mehr, ich weiß jetzt wo der Laden ist. Weiter durch die Auguststraße, über die Oranienburger, die Friedrichstraße runter, aber noch nicht nach Hause. Wir biegen in die Albertstraße ab, Richtung Berliner Hauptbahnhof und auch Richtung Zollpackhof. Dort gibt's noch eine kleine Kartoffelsuppe und einen sehr guten Apfelstrudel mit Eis, dazu einen Grünen Veltliner.

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Die letzten Einkäufe bekommen wir im Supermarkt im Bahnhof und dann geht es aber wirklich nach Hause.