Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Eine von drei Brezeln

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Vor einiger Zeit berichtete ich über das Fritz 101, ein bayrisches Lokal am Bahnhof Friedrichstraße. Gestern traf ich mich in größerer Runde und konnte vergleichen was die Küche so auf die Teller bringt. Bis dahin war ich meist nur zum Bier trinken da und hatte mich mit Bratwurst oder Buletten begnügt. Der Vergleich fällt leider nicht gut aus. Ein Klassiker der bayrischen Küche nämlich die gegrillte Haxe wurde in Scheiben serviert, war zum größeren Teil nicht knusprig, beigelegt war ein Stück gegrillte Schwarte, die sich schwer bis gar nicht schneiden ließ. Das Backhendel war „über-paniert" und innen teilweise noch roh. Annonciert war ein halbes Backhendel, gebracht wurde drei einzelne Teile. Thüringer Rostbrätel gehören nicht zwar nicht in die bayrische Küche, können aber trotzdem gut schmecken. Nackenstücke sind kein Filet - ok, aber dieses Stück war doch sehr widerstandsfähig. Nicht zuletzt meine bestellte Rostbratwurst war an den Seiten blass und nur oben und unten gebraten, also so wie ich es gar nicht mag. Aber nicht nur meckern: Die Vorspeisenplatte war ok, die machte dann auch die Runde. Zum Dessert konnte sich keiner entschließen. Schade!

Der Service war etwas konfus, was ich bisher auch noch nicht erlebt hatte, Getränkebestellungen teilweise vergessen, missverstanden, lange Wartezeit. Kann passieren, aber in Summe ergab das ein sehr unschönes Bild. Da helfen auch keine Entschuldigungen und Erklärungen zu Personalnot oder Angebote einen Obstler aufs Haus zu nehmen.

Ich empfehle das Fritz 101 Leuten die ein gutes Bier trinken wollen (Andechser und Allgäuer Bübli). Die Atmosphäre ist immer noch nett, der Service ist sonst eigentlich flott und kompetent. Ich gehe davon aus, dass das gestern ein Ausrutscher war. In Küche muss sich jedoch definitiv etwas ändern. Die Wertung für gestern Abend: eine von drei Brezeln.