Essen in Hessen (1)

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Teil 1 der kulinarischen Reportage aus Frankfurt am Main

Gebucht im Goldman 25 Hours an der Hanauer nicht wissend, dass sich dort auch das Goldman Restaurant befindet. Aber hinter der Bar, fein säuberlich aufgehangen, geben die Kochmützen des Gault Millau Auskunft über die Ambitionen des Küchenchefs Thomas Haus. Der eigentliche Besuch bei Namensvetter (weder verwandt noch verschwägert) André Rickert im Weinsinn kam wegen "ausgebucht" nicht zu Stande.

Aber halt! Vor uns lag noch der Chase-Lauf und das anschließende Grillen im Garten der FES. Der Garten ist eher eine parkähnliche Anlage und auch von den erschöpften Läufern muß sich keiner an den Landmann-Rundgrill stellen. Sehr viel professioneller wird man von einem Zwei-(Mann)-Frau-Küchenteam in Empfang genommen. Salate angerichtet, Bier schon gekühlt, Grill angeheizt - da lässt es sich gleich nochmal so gut über die gerade überstandenen "Leiden" fachsimpeln. Einer der sympatischen Pluspunkte des Frankfurter Chase-Laufes: Eigentlich ist das kein Sport, sondern ein riesiges Volksfest mit in diesem Jahr 70 000 Teilnehmern. Danke.

Rund 24 Hours later im 25 Hours Goldman Restaurant - hatten wir kurz die Gelegenheit mit Küchenchef  Thomas Haus zu sprechen. "Kochen nicht nach Mützen, sondern nur wie es Spaß macht.", erklärt er uns. Genau! Wir starten mit Kalbsbratwürstchen im Netz, nicht im Darm. Locker, haben die Braterei überlebt - einwandfrei.

Weingläser unterschiedlich gefüllt

Die Weinauswahl wird (wie so oft) eine kleine Geduldsprobe, die der Service jedoch meistert. Als Hauptgericht gibt es Lammschulter aus dem Ofen mit Thymianpolenta, Tomaten, gebackener Zucchini und Minze. Im Burger-Style angerichtet, entpuppte sich die Portion doch als relativ groß.

Teller mit Lammschulter

Ein weiteres Highligt der Tageskarte ist das Reh aus dem Büdinger Wald. Genau darüber hatten wir mit Thomas Haus gesprochen. Das Restaurant hat dort einen Jäger, welcher nur auf Anfrage und natürlich der Saison entsprechend jagt. Ruhe- und Reifezeiten für das erlegte Wild werden strikt eingehalten. Und diese sorgfältige Behandlung merkt man dann auch an den Gerichten.  Am Ende passt noch eine Crème brûlée und ein Espresso.
Geteilte Vorspeise, Dessert, zwei Hauptgänge, Aperitif, Wein und Degestif  heben die Rechnung auf knapp über einhundert Euro, was durchaus angemessen ist.

Noch ein Wort zum Interieur: Das Goldman 25 Hours ist ein Designhotel, das Restaurant hält sich auf dieser Linie mit einer Mischung aus Seefahrer-Style und fernöstlich anmutenden Deko-Elementen.

Einen, als solchen muss man ihn bezeichnen, Fachbegriff gelernt: strahlig /strahlich/ - umgangssprachlich für angetrunken.