Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Food & Fotos - Ein Berlin-Spaziergang

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Kaiserwetter in Berlin, ideal für einen Stadtbummel. Wir brechen auf zu zwei Fotoausstellungen und allem, was wir kulinarisch am Wegesrand finden (na, nicht wirklich allem). Am S-Bahn-Ring Landsberger Allee und Storkower Str. befindet sich das ziemlich große Geländes des ehemaligen Zentralvieh- und Schlachthofs. Einige Ruinen bröseln vor sich hin. Ein großer Teil der Hallen wurde bereits abgerissen oder es stehen nur noch die Skelette der Hallen. Jetzt sieht es ja ganz gut aus, etwas Grün und neue Häuser. Aber wenn ich mit vorstelle, dass da tausende Tiere hintransportiert und geschlachtet wurden - mitten in der Stadt ... bah, nee.

Freibank - der ehemalige Zentralvieh- und Schlachthof
Freibank - der ehemalige Zentralvieh- und Schlachthof

Zentralvieh- und Schlachthof

New York City Limits

14.00 Uhr hat die Galerie aff geöffnet und wir sind die ersten Besucher. Nur einer werkelt und räumt auf - wie sich später heraus stellt Jörg Rubbert, einer der beiden ausstellenden Fotografen. Und das der Künstler selbst da ist hat durchaus seinen Sinn. "Wenn man eine Frage hat, soll man sie gleich beantwortet bekommen. Ein Student, der dann nur eine Telefonnummer rausgeben kann, der nützt nichts.", so Rubbert. "Macht ja keiner, wenn er zu Hause ist, nochmal anrufen."

Jörg Rubbert erzählt ein paar Stories zu den Fotografien
Jörg Rubbert erzählt ein paar Stories zu den Fotografien

Die Ausstellung fängt mit ein paar allgemeinen Impression an, um die Besucher auf New York einzustimmen. Alles schwarz-weiß, man könnte denken, die Bilder sind alle aus den Zwanzigern. Aber nein, das Sujet täuscht, alle wurden nach 1990 aufgenommen, viele sogar erst in diesem Jahrtausend. Antonio, der zweite Fotograf und Jörg Rubbert haben sich mit ihren New York Bildern getroffen. Rubbert nur analog, Antonio digital. Beide die Kameras immer im Anschlag, nicht fragen, erst fotografieren. Szenen aus New York und Geschichten dazu. Die von Leroy, der nicht Millionär werden will und von Scarface, der einen asiatischen Ladenbesitzer ermordet hat. Hören Sie zu und finden Sie heraus, was es mit den gut gekleideten New Yorkern im Diner auf sich hat.

aff - Atelier Freier Fotografen, Kochhannstrasse 14
10249 Berlin

Chez Maurice

Chez Maurice ist ein kleiner französischer Laden am Stierbrunnen im Bötzowviertel. Manchmal sitzen die Besitzer samt Kindern draußen. Dann hat man ein schlechtes Gewissen, wenn man das Frühstück unterbricht. Nichts desto trotz, ein Gläschen Crémant am frühen Nachmittag geht immer. Bisschen auf die Straße gucken, der Wochenmarkt baut ab. Die Menschen tragen Einkäufe nach Hause, wollen wohl in den Samstagabend starten. Dann knallt's: Postauto gegen PKW. Nichts passiert. Dem Postauto wurde wohl die Vorfahrt genommen, wenn man den Fahrer glauben darf. Trotzdem: Alle warten auf die Polizei. Nur wir gehen weiter.

Der Jahresbesuch im Chez Maurice - immer bei Kaiserwetter
Der Jahresbesuch im Chez Maurice - immer bei Kaiserwetter

Chez Maurice  Bötzowstraße 39, Berlin

Weiter durch den Prenzlauer Berg, die Marienstraße hoch, zum Kollwitzplatz, dem zehnten Kreis der Hölle (hatte Dante bloß nicht erwähnt): Wochenmarkt, Touristen, Kinder, Zugezogene:

"Durch mich geht man zu dem verlornen Volke."

Impala

Sonne scheint, die Füße kochen, wir sind am Senefelder Platz. Kurzer Stopp im Impala. Eiskaffee mit Extraschuss (Kaffee). Draußen scheint die Sonne. Drinnen kühle Metalltische. Radfahrer treiben an der Scheibe des Coffeeshops vorbei, wie Fische im Aquarium (sagt sie). Wir sitzen. Keine Lust weiter zu gehen.

Impala - Im Aquarium
Impala - Im Aquarium

Impala Coffee

Mogg & Melzer

Die ehemalige jüdische Mädchenschule soll der letzte Anlaufpunkt für heute sein. Kurz nach 18.00 Uhr kommen wir an, um 19.00 Uhr schließt die Galerie. Ein kleines Wasser bei Mogg & Melzer und ein nettes Gespräch mit der Bedienung. 18.20 Uhr Treppe hoch zur CWC Galerie von Camera Work. Die (in meiner Erinnerung) annoncierte Ausstellung mit Fotos von Herb Ritts stellte sich als Sammelausstellung von fünf Fotografen aus dem Magnum Fundus heraus. Herb Ritts war dabei, aber enttäuschend. Jean-Baptiste Huynh war besser. Insgesamt jedoch alles schon bei Camera Work in der Kantstraße gesehen.

Jean-Baptiste Huynh
Jean-Baptiste Huynh bei Camera Work

Nicht gegessen bei Mogg & Melzer aufgrund von: Kein Hunger. Verschoben. Einmal in den Pauly Saal geschaut, Weinkarte studiert - nächstes Mal.

Ach, noch ein Nachtrag: In beiden Ausstellungen ist der Einritt frei.

Mogg & Melzer, Auguststraße 51, 10119 Berlin