Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Food Inc. auf der Berlinale

by

Wir haben es immer geahnt, nicht wirklich gewusst - nun ist es raus! Unsere Nahrungsmittel, die wir täglich essen sind - tja -Scheiße. Food Inc. zeigt die dunklen (und braunen) Seiten der industriellen Nahrungserzeugung und darüber hinaus, wie die großen Konzerne ihre Gewinne sichern. Sie versuchen die Wahrheit zu verschweigen. Wer hinter die Kulissen der heilen Farmwelt schauen möchte wird behindert. Offizielle Stellungnahmen gibt es nicht. Wer sich wehrt wird verklagt und anderweitig eingeschüchtert. Food Inc. beschreibt ein System, das wir anfangs wollten (weil wir einfaches und preiswertes Essen wollten) und das später zu einem Monster wurde: Tiere quält, falsche Subventionen von unseren (in diesem Falle amerikanischen) Steuergeldern zahlt, Aufklärung verhindert und in letzter Konsequenz zum Tod von Menschen führt.
Zum Glück werden diese Umstände seit einigen Jahren schon kritisiert und öffentlich gemacht. Ein Ergebnis daraus ist der bewusstere Umgang mit Nahrungsmitteln, was zum Boom der Bio-Lebensmittel in den letzten Jahren führte und zu Bewegungen wie Slow Food. Was jetzt noch fehlt ist der Sprung von einem Luxusgut, was die Bio-Ernährung eindeutig ist, zum täglichen Gemeingut.
In der anschließenden Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass man die gezeigten Zustände ändern müsse - mehr bewusste Ernährung. Was beim Anblick der Suppe-essenden Gäste im Anschluss an die Veranstaltung deutlich schwer fiel. Der Hunger auf der Welt ist groß, das weiß ich, aber ausgerechnet beim Berlinale-Publikum.