Steinfigur Leser mit zwei Büchern

Meet and Eat im Filetstück

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Das Filetstück im Prenzlauer Berg ist zur Zeit eines meiner favorisierten Restaurants in Berlin. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist das Fleisch dort von sehr guter Qualität, zumindest was ich einschätzen kann. Zum anderen gefällt mir der Einrichtungsstil ausnehmend gut. Das schönste Steak schmeckt mir nicht, wenn im Hintergrund Hill Billy Musik läuft, die Tische nicht sauber sind und das Personal vor Stress (bspw. Touristenmassen) die Hälfte vergisst. Im Filestück ist das genau anders. Zeit sich dort mal in größerer Runde zu treffen.

Blick aus dem Fenster vom Filetstück

Verkaufstresen

Das Filetstück ist ein Restaurant mit Verkaufstresen. Ich vermute mal, dass das früher eine Fleischerei war. Die Bodenfliesen könnten passen und der Türvorbau (das Dach über’m Eingang) scheint aus alten Wurstanhängern einer Fleischerei zu sein. Das Filetstück hat eine verglaste, aber frei einsehbare Küche. Beim Umschauen fällt die Reifungskammer auf, in der sich oft auch der entsprechende Inhalt befindet.

Winzersekt und Hochrippe

Sechs Personen starten mit einer Flasche Winzersekt (Pinot Noir, Weingut Reverchon), der in den meisten Fällen Champagner vorzuziehen ist. Zum Start gibt  es die Neuauflage des bereits beschriebenen Carpaccios, diesmal mit Fenchel und Kirschgazpacho - keine Enttäuschung. An Stelle des Küchengrußes gibt es im Filetstück selbstgebackenes Brot immer leicht variiert, diemal war Kreuzkümmel drin, mit Öl. Die Karte ist übersichtlich: Fleisch und Beilagen getrennt. Aber seit Neustem gibt es auch komplette Teller (für die Faulen oder Unentschlossenen). Sechs Personen bestellen Fleisch, denn das ist im Filetstück Programm. Und der Château Cantemerle Grand Cru Classé wird schon passen.

Tja und dann gibt’s ‘ne Pause. Obwohl in der Küche die Flammen schlagen, scheint es zu stocken. Wie uns der Service mitteilt, ist der Ofen aus, aber der Notdienst schon informiert. Gut, dass man mit einer Salamiplatte und einem Brotkorb überbrücken kann. Und wie durch ein Wunder (und ohne Notdienst, habe zumindest niemanden gesehen) kommen die Hauptgänge doch noch. Für mich: Filetspitzen an Spitzkohl, Süsskartoffeln mit Cashewkernen und Estragon-Joghurt.

Teller mit Filetspitzen

Teller Lammfilet mit grünem Spargel

Diverse Fleischportionen

Und für die Mitesser diverse Fleischportionen und Beilagen, wobei ich ja gerne einmal den getrüffelten Rahmkohlrabi gekostet hätte, den hatte aber keiner bestellt. Was Flying Fox ist weiß ich jetzt auch.

Ein Dessert gibt es noch hinterher (he, reimt sich).

Dessert

Was vergessen? Man könnte auch draußen sitzen, was aber durch eine Baustelle zur Zeit etwas unattraktiv ist.